Gedichte einer Sommernacht



Sartassa

Willfried Althoff

Paul Scheerbart

Emerenz Meier

Anna Ritter


Mond
Ich könnte dich lieben.
So lange du nicht gehst.
Mich glauben läßt
Das du mich verstehst
Doch die Nacht schluckt die Sterne
Ich werde blind
und wäre gerne bei dir, mein Mond
doch ob es sich lohnt
wenn die Nacht nun weicht
läßt du mich allein
weiß nicht, ob es reicht
Jetzt bei dir zu sein
doch ich könnte dich lieben
wenn du jetzt nicht gehst
mich mit dir nimmst
am Himmel stehst

Eine bessere Welt

Wenn der Mond nun untergeht
Hinter den Bergen unserer Seele
Und er traurig bettelnd fleht
Dass ich doch die Wahrheit wähle>
Spielt das Leben mit mir ein Spiel
Von dem ich nicht zu träumen wagte
Doch verliern kann ich nicht viel
Solang ich nicht nach Freiheit fragte
Tausend Bitten die wir stellen
Versperren uns den Weg zum Glück
Auf die Berge, zu den Quellen
In das Ich und auch zurück
Wenn die Nacht ein Ende hat
Weil die Solle leben soll
Und der Himmel blau anstatt
Dunkel und der Sterne voll
Baut ein Engel mir ein Schloss
Welches ich nicht haben wollte
Und die Tür mir noch verschloss
Der Engel sich vor mir fürchten sollte
Flieh ich fort in andre Welten
Wo weder Gesetz noch Regeln gelten
Die Menschen glücklich sind und leben
Und ihr Schicksal selber weben

Sommernachtstraum
Die Nacht atmete schnell.
Wind strich warm über Haut.
Mond glitzerte übers Wasser.
Wir küssten uns unterm Sternenzelt.
Unsere Körper tranken sich
beschwingt vom roten Wein.
Die Seelen schwebten
sangen unsere Melodie.
In die Sommernacht.

    Morgenrot
Nach durchwachter Nacht
im Haus unserer Zärtlichkeiten.
Endlose Blicke.
Warme Worte.
Farben der Sehnsucht.
Gefühle der Unendlichkeit,
unsterblich in Liebe.
Horizonte öffnen sich.
In uns
 
Sommerwind
Sie ist ein warmer Wind.
Umspielt mich.
Wärmt die Haut,
haucht in mein Leben,
verzaubert die Seele.
Genieße diesen Augenblick
im Sommerwind Ich wollte sie halten,
doch sie wehte durch meine Finger.
 
 

Milano

Dämmerung befreit
von der Hitze.
Bier an der Straße.
Frauen flanieren
leicht beschwingt.
Lichterspiegel im Kanal.
Menschen in den Straßen.
Träume in der Luft.

 

Sommernachtstraum

Berührungen
zart
ein warmer Hauch
umfahren
die Konturen unserer Körper.
Dein streicheln
ein sanftes Beben,
Küsse
lassen mich erschauern.
Fasziniert
von deinen Brüsten.
Hände
erregend nah.
Verwöhne
deine Knospen.
Spüre
wie es steigt in mir.
Eng umschlungen.
Leiber im Mondlicht.
Genieße
Moment 
im Glück.

 

Sommernacht
Nun laßt uns wieder preisen Die große prächtige Sommernacht!
Nun laßt uns wieder trinken
Den schweren Feuertrank!
Nun laßt uns wieder jubeln!
Wir sind ja gar nicht müd und krank.
Nun laßt uns wieder dichten
Den wildesten tollsten Bacchantengesang!
Nun laßt uns lustig selig sein!
Wein! Wein in die alte Laube hinein!

Schon funkeln die Sterne da oben.
Hei! Stürmisch das Glas erhoben!
Sommernacht, sei gepriesen!
Die bunten Lampen bringt auch herbei!
Und auch die besten Zigarren!
In einer prächtigen Sommernacht
Soll man prassen, schlemmen und schwelgen!
Sommernacht
Wie lustig ist's im dunklen Wald,
Wenn Mondschein drüber lacht,
Der Sang der Burschen weithin schallt
In lauer Sommernacht!

Es zirpt die Grille dort am Bach,
Die Unke ruft im Teich,
Und übers Tal hin zieht gemach
Der Nebel schleierweich.

O gäbe man nur Freiheit mir
Und kecken Burschensinn,
Wie zög' ich froh durchs Waldrevier,
Durchs nachtumhüllte, hin!

Wie freut' ich mich des Lebens doch!
Wie hätt' ich Gott so lieb!
Ich dankt' ihm für das Reislein noch,
Das mir vom Frühling blieb.

Ich hätte Mut, durch alle Welt
Zu wandern mit dem Stab,
Zu wandern ohne Gut und Geld
Als froher, junger Knab.

Das Glück, das Schicksal zwäng' ich mir,
Mein Sklave müßt' es sein;
Und wollt' es lieber schmollen schier,
Ging' ich vergnügt allein.

So aber darf ich schüchtern nur
Durchs Kammerfenster spähn,
Darf lauschen nur der Kühnen Spur,
Die durch das Weltall gehn.

Darf lachen wohl, doch nicht zu hell,
Wenn Jugendlust mich neckt,
Darf weinen auch, doch nicht zu grell,
Wenn Leid und Schmerz mich schreckt.

Reicht, Mädchen, freundlich mir die Hand!
Nicht alle leidet ihr,
Doch zieht des Gleichgefühles Band
Euch unbewußt zu mir.


  Das hat die Sommernacht gethan
Die Nacht ist keines Menschen Freund
- Was flüsterst du von Treue?
Der Mond verblaßt, der Morgen graut
Am Bette sitzt die Reue.

Die Reue ist ein häßlich Weib
Und möcht' mich wohl verderben -
Reiß mir das Herz nicht aus dem Leib,
Ich will ja noch nicht sterben.

Mein Blut ist heiß, dein Mund so süß ...
O Gott, wie kannst du küssen!
Das hat die Sommernacht gethan,
Daß wir versinken müssen.